Die albanischen Gebiete waren bis vor kurzem wegen wirschaftlicher Nöte und politischen Unruhen seit vielen Jahrhunderten klassische Auswanderungsgebiete. Die Auswanderer sind heute in sehr unterschiedlichem Maß mit ihrer Heimat verbunden. Dies reicht graduell von einem über Jahrhunderte bewahrten, ethnischen Bewusstsein bis zur aktiven Nutzung und Weitergabe der albanischen Sprache, Kultur und Traditionen.

Albanische Emigranten gibt es in Griechenland (Arvaniten), Italien (Arbëresh), Dalmatien (Arbanasi) und der Türkei (Arnaut). Ausserdem verließen im 19. Jahrhundert Albaner ihre osmanisch beherrschte Heimat aus ökonomische und politischen Gründen und siedelten sich in Rumänien, Bulgarien, Italien, USA und Österreich-Ungarn an.

Nachdem große Teile des albanischen Siedlungsgebiets 1912 infolge des 1. Balkankriegs zu Serbien und zu Griechenland gekommen waren, übten die neuen Machthaber Druck auf die albanische Bevölkerung aus, das Land zu verlassen. Viele gingen nach Albanien, jeweils einige Tausend Kosovaren und Çamen emigrierten zwischen den Weltkriegen aber in die Türkei, in die USA und in den westlichen Teil Europas.

Im Kosovo wurden die Albaner weiterhin von den jugoslawischen Behörden unterdrückt. Zehntausende Albaner wanderten deshalb bis Mitte der 60er Jahre in die Türkei aus. In den 70er Jahren waren die Albaner aus dem Kosovo überproportional stark an der jugoslawischen Gastarbeiter-Migration in die Bundesrepublik Deutschland, die Schweiz und nach Österreich beteiligt. Etwa zur gleichen Zeit nahm auch die innerjugoslawische Migration zu. Kosovaren und Albaner aus Mazedonien siedelten sich in bis in die 80er Jahre hinein in den slowenischen und kroatischen Industriezentren und im Großraum Belgrad an.

Von 1989 bis 2004 haben rund eine Million Menschen die Republik Albanien verlassen, was rund einem Drittel der aktuellen Bevölkerung Albaniens entsprach. Die Massenflucht nach Italien oder Griechenland erreichte ihre Höhepunkte mit über 440.000 Albanern in Griechenland (bis 2001 ca. 60% aller Einwanderer). Nach Italien sind seit 1990 bis Anfang 2006 etwa 350.000 Albaner eingewandert.

Größere albanische Diasporagemeinschaften gibt es auch in Deutschland und vor allem hier in NRW. Auf Einladung der IDEAL-Initiativgruppe fanden sich interessierte Migranten und Albanienförderer aus Essen, Bochum, Wuppertal und dem Kreis Mettmann am 12.07.2011 im ExtraBlatt am Kennedyplatz in Essen zusammen und gründeten die „Integrative Deutsch-Albanische Gesellschaft e.V.“.

 

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